Presse 2019

Das schreibt die Presse!

So wird der Autokauf zum Erlebnis

Wie die Branche alle verfügbaren Vertriebskanäle und Kundenkontaktpunkte für ein nahtloses Einkaufserlebnis sinnvoll verknüpfen kann, erläuterten die Referenten beim 13. Automotive Trend Forum in Wolfsburg.

Wie gelingt die erfolgreiche Etablierung von Omni-Channel-Commerce im Automobilvertrieb? Dieser Frage ging am Donnerstag das Automotive Trend Forum 2019 (ATF) nach. Veranstalterin Prof. Antje Helpup von der Ostfalia Hochschule begrüßte dazu über 500 Teilnehmer im CongressPark Wolfsburg. Bekannte Redner und hochkarätig besetzte Diskussionsrunden sorgten auch bei der 13. Kongressausgabe für einen informativen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die ATF-Schirmherrschaft hatten erneut die Automanager Christian Dahlheim (Leiter Volkswagen Konzern Vertrieb) und Jürgen Stackmann (Markenvorstand Vertrieb, Marketing und After Sales Volkswagen Pkw) übernommen.

Untergliedert war der Fachkongress in zwei thematische Blöcke mit abschließender Diskussion. Zunächst standen Trends und Best Practices aus anderen Branchen im Fokus. Lars Thomsen (future matters AG) blickte aus der Vogelperspektive auf die Zukunft der individuellen Mobilität und die Entstehung von Mobility-Service-Providern. Prof. Gerrit Heinemann (eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein) veranschaulichte die Notwendigkeit für eine Neuerfindung des stationären Handels.

Warum jeder Prozess beim Kunden beginnen sollte und warum die absolute Kundenorientierung den Erfolgsfaktor schlechthin darstellt, erklärte Amazon-Manager Zach Johnson. Marc Thom von Sony zeigte die Geschäftsmodelle der Zukunft auf und prognostizierte die Auswirkungen dieser auf den Automobilvertrieb. Im Anschluss erörterten Thom mit Christoph Stadeler (Facebook), Craig Davis (Clean Green Fast) und Markus Kröger (Heycar), was der Fahrzeugvertrieb aus anderen Branchen lernen kann.

Der zweite Veranstaltungsblock ging auf die bevorstehenden Herausforderungen ein und lieferte aktuelle Praxisbeispiele im Autogeschäft. Während sich Mobile.de-Chef Malte Krüger mit dem notwendigen Paradigmenwechsel in der Branche beschäftigte, zeigte Facebook-Manager Stadeler den neuen Weg zum Kauf in Zeiten von Omni-Channel Commerce auf. Riki Stadeler von Google erläuterte dem Fachpublikum einen potentiellen Einführungsprozess im Autovertrieb. Eine zweite Paneldiskussion thematisiert die damit verbundenen Chancen und Risiken für Hersteller und Handel. Mit dabei waren neben Krüger und Riki Stadeler auch Robert Lasek (Auto1.com) sowie Wolfgang Huber (Autohaus König). Silke Bagschik, Leiterin Marketing & Vertrieb, Produktlinie e-Mobility bei VW, beleuchtete in ihrer Abschlussrede die Besonderheiten des Vertriebs von Elektroautos.

Themenvielfalt beim “Automotive Talk”

Bereits am Vortag hatten sich über 200 Gäste beim “Automotive Talk” in der Volkswagen Arena auf den Kongress eingestimmt. 27 Workshops bearbeiteten die zahlreichen Facetten des Omni-Channel Commerce. In zwangloser Atmosphäre diskutierten die Teilnehmer unter anderem über die Zusammenarbeit der Partner, das Kunden- und Datenmanagement, die neuen Geschäftsmodelle, die Digitalisierung und die Zukunft des Automobilhandels. Weitere ATF-Highlights waren die “Student Innovator Challenge” für ausgewählte Studierende der Ostfalia Hochschule, der Vortrag von Bestseller-Autor Marco Freiherr von Münchhausen sowie der Internationalen Abend im Wolfsburger Kunstmuseum.

“Die sehr gute Resonanz zeigt uns, dass wir mit dem ATF eine Lücke in der Kongresslandschaft der Automobilindustrie schließen: kurze Impulsvorträge – internationale Ausrichtung – wechselnde Schwerpunktthemen – genug Raum zum Networken”, sagte Prof. Helpup. Die Veranstaltung agiere am Puls der Zeit. “Dies ermöglicht den Teilnehmern Trends zu erkennen und bedeutende Impulse im Unternehmen zu setzen.”

Das 14. Automotive Trend Forum findet am 13. und 14. Mai 2020 statt. Dann steht das Thema “Mobility Changes” im Mittelpunkt des Kongresses. (AH)

ATF 2019 – Teil 1: Barcamp und internationaler Abend

Das Automotive Trend Forum ging diesmal noch stärker den Wandel im Handel ein.

Deutlich stärker als noch 2018 thematisierte das ATF 2019 die Umbrüche im Automotive-Bereich, die auch die Zukunft des Handels ändern werden. Die ganz große Frage, um die die allermeisten Bar-Camp-Themen kreisten, war allerdings, welche Auswirkungen die Digitalisierung und Elektrifizierung auf den Handel haben würde. Was wird sich definitiv ändern und wie muss der Handel darauf reagieren? Noch überspitzer ausgedrückt – hat er überhaupt noch eine Zukunft?

So diskutierte man bei Volkswagen Financial Services die Zusammenarbeit bei der Neu- und Weiterentwicklung von Handels IT-Systemen, während PE Solution fragte, ob die nächste Generation im Automobilvertrieb gar ein neues Mindset braucht. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe fragte, ob Autohäuser noch ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell oder die „neuen Videotheken“ seien. Auch VISION mobility moderierte ein Barcamp unter dem Motto: Wo der Handel dringend handeln muss, während Audi unter den Begriffen „Digital und Tomorrow“ die Transformation im Autohandel diskutierte. Auch die Vergütungssysteme waren Thema, während das Fachmagazin Autohaus in seinem Barcamp fragte, ob die Autohäuser mit der Omni-Channel-Strategie nicht den Kontakt zum Kunden verlieren.

Und so ähnlich sich die Barcamps inhaltlich waren, so eindeutig waren auch die Ergebnisse, die da lauteten: Ja, die neue Mobilität wird auch den Handel massiv ändern, und auf den könnten tatsächlich weitere Einbußen zukommen, denn: Schon heute macht er laut Stefan Tomicic, Head of Sales bei der Plattform „carwow“, der das Barcamp bei VISION mobility hielt, den Großteil seines Umsatzes mit dem Aftersales-Geschäft. Carwow bietet einen einfachen Konfigurator und bündelt die Angebote der Händler: Hat man sein Fahrzeug grob konfiguriert, bietet einem die Plattform die passendsten Angebote in der Region zu verbindlichen Preisen (meist inklusive der zu erwartenden Rabatte) an. Das schafft maximale Transparenz und sorgt dafür, dass Händler ihre Karten offen legen müssen. Details und Ausarbeitung der finalen Verträge obliegt aber weiterhin ihnen. Hochinteressant war die Zahl zur Regionalität: Denn laut Tomicic wählen 78% der Carwow-Kunden zur Bestellung ihres Fahrzeuges den nächsten Händler aus! Was er auch damit begründet, dass man bei so hohen Investitionen wie bei einem Auto gern einen Ansprechpartner vor Ort hat.

Gleichzeitig nimmt aber auch hier die Online-Kompetenz der Kunden zu und mit den neuen E-Fahrzeugen der Servicebedarf ab. Gegensteuern könnte der Handel mit Spezialisierung und dem Wandel zum umfassenden Mobilitätsanbieter, allerdings im Rahmen seiner Möglichkeiten, denn Letzteres streben aktuell mehr oder weniger Alle Anbieter an: Von Google, über Waymo und VW bis hin zu diversen Stadtwerken. Womit wir einmal mehr beim Thema Regionalität gelandet sind: So lange alles funktioniert, spielt diese keine so große Rolle, doch, auch hier herrschte Einigkeit: Im Falle eines Falles braucht der Kunde einen verlässlichen Ansprechpartner aus Fleisch und Blut. Interessant auch Tomicics Anmerkung aus der Praxis: Erfolgreich seien die Händler, die online verstanden hätten.

Auch die zweiten Barcamps zielten teils in die gleiche Richtung: „Online“ verstehen meint: Schnell Antworten, verstehen, was der Kunde möchte und ihm Idealfall noch eine „User Experience“ bieten. Interessant auch die Fragestellung der Dekra zum Thema, die den Faktor Mensch als wesentlichen Bestandteil der digitalen Transformation sah, während Kabema Digital auch die Grenzen der Digitalisierung auslotete.

Spannend auch die Grußworte und das Interview zum Internationalen Abend des ATF 2019: Erstere kamen von Dr. Christian Dahlheim, der bei VW den Konzernbereich Vertrieb leitet. Auch er bekräftigte, dass man hier viel Neues angehen müsste und wünschte sich selbstkritisch etwas mehr Flexibilität, was in einem solch großen Konzern wie Volkswagen natürlich nicht immer leicht umzusetzen sei. Trotzdem solle man ab und an mal etwas wagen und den einen oder anderen Versuchsballon steigen lassen, um schneller zu Ergebnissen zu kommen. Durch die Blume stieß Jürgen Stackmann Markenvorstand Volkswagen Pkw für Vertrieb, Marketing und After Sales ins selbe Horn: Er kam just aus Berlin zurück, wo man das Pre-Booking für den VW ID.3 eröffnet hatte und vom Interesse einfach überrollt wurde: Binnen weniger Stunden hätten über 100.000 Personen Interesse angemeldet und die Server so teils zum Absturz gebracht! (VISION MOBILITY berichtete unter https://vision-mobility.de/news/volkswagen-lockt-vorbucher-des-id-3-3998.html) Damit betrat VW Neuland, was auch für die Fertigung gelte: das Auto sei laut Stackmann komplett CO2-neutral entstanden und wenn man es mit Grünstrom betreibe, bliebe es auch klimaneutral. Und das sei laut Stackmann einfach „rattenscharf“. Außerdem habe man mit den klaren Ansagen eine eindeutige Roadmap in die Zukunft beschlossen: VW wolle führen und nicht mehr getrieben sein.

Und auf diese „rattenscharfe Reise“ nehme man auch den Vertrieb mit – denn nur gemeinsam sei man stark und könne die Herausforderung der schnellen Änderungen meistern, womit Stackmann auch eines der Hauptargumente für die Zukunft des Handels nannte: Schnelligkeit!

Was bedeutet das?

Tatsächlich wandelt sich die Automobilbranche wie selten zuvor und mit ihr muss sich auch der Handel wandeln – und eines der Zauberworte ist dabei zweifellos „Geschwindigkeit“.

ATF 2019 – Teil 2: Knackige Thesen knallhart formuliert

Hochkarätiger Start: Spannende Speaker formulierten teils provokante Thesen.

Das ATF-Forum legte gleich am Vormittag mit knackigen Thesen los: Die Eröffnungsrede von Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs gab dazu die passende Einstimmung, denn er sieht seine Stadt seit jeher „als Reallabor für die Zukunft“. Deshalb hat sie auch ein eigenes Digitaldezernat und startet demnächst mit einem Testfeld Digitale Mobilität in der Innenstadt.

Ihm folgte Zukunftsforscher Lars Thomsen, der mit interessanten Basisthesen startete: Zum Beispiel, dass man in der Regel Angst vor den Dingen hat, die man nicht kennt – und gern überschätzt, was man in einem Jahr erreichen kann, aber vollkommen unterschätzt, was man in einer Dekade erreichen kann. Womit er beim I-Phone war, das trotz aller damaligen Zweifel die Welt veränderte. Worauf Thomsen gleich die Warnung des damaligen Apple-Gründers und CEOs Steve Jobs schickte:

„Wenn ein Trend erstmal offensichtlich wird, ist es eigentlich schon zu spät“.

Denn immer wieder kommt die Gesellschaft an sogenannte Tipping-Points, die sich laut Thomsen ähnlich entwickeln wie Popcorn: Erst dauert es vergleichsweise lange, bis sie entstehen, dann poppen sie plötzlich und vehement aus. „Und wenn mit dem ersten poppen der Deckel nicht auf dem Topf ist, sind sie zu spät dran!“ warnt Thomsen, der den Trend „Digitalisierung“ um 30 Jahre nach vorn verlegt und den aktuellen Trend eher als das „Ende der Dummheit“ formulieren würde und hier die künstliche Intelligenz sieht:

„In fünf Jahren wird jede Person einen persönlichen digitalen Assistenten haben, der diesen Namen auch verdient.”

–  so der Zukunftsforscher Lars Thomsen. Zumal die Entwicklungen immer schneller ablaufen. Auch die Energiewende: Denn mittlerweile sind wir laut Thomsen sehr wohl in der Lage Strom aus erneuerbaren Energien viel günstiger zu gewinnen als aus fossilen Brennstoffen oder Kernenergie. Und das Thema Elektromobilität „ist durch“: Sie kommt laut Thomsen definitiv und hat jetzt den Tipping-Point über die kritische Masse erreicht. Würde sie sich alle Jahre nur verdoppeln, hätte sie bis 2022 schon 51,2% Marktanteil. Aktuell liegen wir laut Thomsen bei 6,4% aller weltweiten Neuzulassungen, was auch durch Teslas Model 3 getrieben wird, das in einer ersten Welle das Premium-Mittelklassesegment weltweit aufgemischt hat – sogar in Europa!

Und auch das autonome Fahren wird laut Thomsen kommen, da sich die Grafikchips in ihrer Leistung momentan alle zehn Monate verdoppeln. Sodass die Autos bis 2021 über fünf Quellen eine zuverlässige 360-Grad-Rundumsicht erstellen können. Und damit rund 20 Mal so viel sehen können wie ein Mensch – zumindest theoretisch. Trotzdem fragt Thomsen, ob die Menschen künftig überhaupt noch ein Auto besitzen werden: Laut ihm ist ein Kundenverlust hier gesetzt. „Es fragt sich nur, ob der 90, 50 oder zehn Prozent betragen wird.“ Deshalb ermuntert er Autoindustrie und Händler, die Disruption nicht abzuwarten, sondern selbst innovativ zu werden und die Verbindung online-Handel-online selbst aktiv zu gestalten und die Customer-Journey zu begleiten. Denn auch er rechnet damit, dass die Kunden auch in Zukunft weiter ein Gegenüber aus Fleisch und Blut fordern werden, das Empathie und Sachverstand hat. Vielleicht nicht mehr in dem Umfang wie heute, aber immerhin… Außerdem sei es nie zu spät, über die Zukunft nachzudenken!

ATF 2019 – Teil 3: Provokante erste Halbzeit

Dr. Marc Thom, bei Sony Venture Capital Senior Investment Manager, und ein Diskussionsforum setzen scharfe Akzente.

Die erste Halbzeit des ATF-Forums ging so spannend zu Ende wie sie startete: Dr. Marc Thom, der so quirlig formuliert wie ihm die Frisur zu Berge steht, sorgte für kurzweilige Einsichten im Handel. Und erklärte dem Automotive-Publikum, dass er persönlich Autos eigentlich nicht so gut fände. Und empfahl gleich mal, die Komfortzone zu verlassen. Was zwar in der Regel niemand wolle, doch dafür brächte einen nur das wirklich weiter. Diese Erfahrung musste sein Arbeitgeber Sony schon in den 2010er-Jahren machen. Nach tragbarem Fernseher, Walkman und Spielkonsolen kam dann nicht mehr so viel und die Japaner mussten sich einmal neu erfinden, was gelang: Thom verortet Sony heute als eines der „diversivsten“ Unternehmen der Welt mit extrem vielen Zweigen, darunter auch dem Entertainment, dass viele Online-Giganten von Sony „zukaufen“. Entertainment ist überhaupt das Stichwort Thoms, der gerade erst auf Betriebstemperatur kommt und die nächste Grafik vorlegt: Wie lange dauerte es wohl, 50 Millionen User zu erreichen: Dem Telefon gelang das nach 75 Jahren, Pokemon Go schaffte es in 19 Tagen! Und „Chewbakkas Mum“, die allenfalls virtuell existiert brauchte dafür 24 Stunden!

„Eine gar nicht existierende Affenmutter aus dem Weltall hat binnen 24 Stunden 50 Millionen Follower – was macht sie besser als wir?“

fragt Thom provokant. Und warnt, das Netz keinesfalls zu unterschätzen, zumal die Megatrends weiter anhalten, von denen er vor allem das Bevölkerungswachstum und das steigende Alter herauspickt. Beides Themen, die über digitale Lösungen massiv optimiert werden können.

Dann holt Thom zur Erklärung der Internet-Ökonomie aus, die ein komplexes System benötigt: Auf das Smartphone muss man ein Betriebssystem aufsetzen, darauf einen Internetzugang, einen Browser und auf den werden dann von Amazon oder Influencern dann ihre Produktoptionen aufgespielt, erst dann kommt es in der Regel zur Kaufentscheidung und zum Kauf. Und dann muss noch geliefert werden, weshalb Google und Facebook das Internet gern umsonst anbieten wollen, um die ganze Wertschöpfungskette im Griff zu haben: Je mehr Spieler mitspielen, desto mehr wollen ein Stück vom Kuchen abbekommen. Die Moral von der Geschichte: Schafft integrierte Geschäftsmodelle!

So wie es auch Elon Musk tut – nicht mit Tesla, sondern mit Space X: Wo teilstaatliche Betreibe mit Müh und Not einige zig oder 100 Raketen mit Satelliten ins All schießen, plant Musks Space X 4425 Raketen ins All zu schießen. Womit Musk sich in der Kette der Kommunikation ganz vorn an die Spitze setzt. Ähnliche Modelle ersinnt Thom für Roboter, die anfangs noch Geld kosten, eines Tages aber umsonst sein könnten, da man dann für ihre Services bezahlen wird. Die Krux an dem Ganzen: Europa spielt in all diesen digitalen Geschäftsmodellen praktisch keine Rolle mehr und hat immer noch eine extrem produktionsintensive Industrie.

Darauf folgte eine Podiumsdiskussion, was der Automobilhandel aus anderen Branchen lernen kann, an der auch Thom teilnimmt. Mit im Podium saßen Markus Kröger, CEO von „Heycar“, Christoph Stadeler, Leiter des Bereiches Automotive Strategie bei Facebook und Craig Davis, Geschäftsführer der Clean Green Fast GmbH und früher bei Tesla und Mini. Auch hier herrscht Einigkeit, dass sich die Geschäftsmodelle geändert haben. Kröger fordert ein Ende des „Silodenkens“, während sich Davis wundert, dass der Handel erst jetzt reagiert und Mini-Kunden am liebsten schon 2002 gern online bestellt hätten, statt zum Mini- oder gar BMW-Händler zu müssen. Ein weiteres Problem sei laut Thom das Hardware-Margen-Modell, mit dem derzeit vor allem die Media-Markt-Saturn-Gruppe kämpft: Hier werden große Mengen eingekauft und gelagert, doch die Kalkulation des Abverkaufes wird immer schwieriger. Dazu fordert Kröger auch eine viele stärkere Vernetzung mit dem Internet, denn 70% aller Kunden starten ihre Customer-Journey heute dort. Trotzdem brauche es bei so teuren und eher selten gekauften Produkten wie Fahrzeugen, vor allem bei Gebrauchten, am Ende ein Gesicht, das für das Angebot geradestehe. Thom warnt außerdem, dass so zu wenige Betriebssysteme zu viel macht hätten – auch hier brauche es einen Markt mit Auswahl. Als Moderator Dr. Armand Farsi, Leiter globale Digital Commerce Beratungseinheit bei Arvato, nach den dringendsten Wünschen fragt, erhält er spannende Antworten: Kröger fragt, was Entstehen muss, um die Zusammenarbeit des Handels zu fördern. Thom findet den Impuls richtig, dass Handel und OEMs zusammenarbeiten und Stadler findet, dass man schon weit genug sei, um für Kooperationen offen zu sein. Und Davis fordert, durch solche Kooperationen aus den vielen Steh- wieder Fahrzeuge zu machen, die mehr rollen als parken.

Das Vormittagsprogramm schloss einmal mehr eine Business-Meditation mit Marc Zimmer ab, Leiter Group Service Aftersales im VW-Konzern. Womit er die aufgeladene Stimmung einmal mehr sanft entlud, bevor in der Pause wieder weiter diskutiert wurde.

Was bedeutet das? 

2019 ist es offensichtlicher denn je: Auch der Handel befindet sich im Wandel und manch einer wundert sich, warum hier nicht schon längst viel mehr kooperiert und digitalisiert wurde.

ATF 2019 – Teil 4: Bunter Abschluss

Auch der Abschluss des Automotive Trend Forums blieb bunt und spannend.

Schon der Titel „Thinking out of the box – das digitalisierte Gehirn“ von Dr. Marco Freiherr von Münchhausen versprach Spannung, die der Autor dann auch einlöste. Denn Münchhausen hat auch schon den inneren Schweinehund „gezähmt“ und versteht es nach dem Studium von Jura, Psychologie und Kommunikationswissenschaften, knackig zu kommunizieren. Auch er forderte auf, eingefahrene Spuren zu verlassen. Ihm folgten Plattform- und Verkaufsprofis, die dann vom Allgemeinen wieder ins Spezielle zurückkehrten: Malte Krüger, Vice President ebay Classifieds Germany und Geschäftsführer bei Mobile.de, fragte ebenfalls, wie wir im Handel einen Paradigmenwechsel schaffen können, während Christoph Stadler, Director Automotive bei Facebook die neuen Wege der Kunden zum Kauf aufzeigte. Auch hier wurde schnell klar, dass der Handel sich im Wandel befindet und mit zahlreichen neuen Anfragen und Ansprüchen konfrontiert wird. Ebenfalls aus der „neuen digitalen Welt“ berichtete Riki Stadeler, Global Business Leader Automotive bei Google. Ihr Thema: Omnichannel in der Automobilbranche – von der Planung bis zur Umsetzung. Womit sie auch den Kreis zu Dr. Christian Dahlheim, Leiter Volkswagen Konzern Vertrieb, schloss, der in der Eröffnungsrede just auf Omnichanneling hinwies und die Digitalisierung als Riesenchance sieht. Aber nicht in dem Sinn, dass man die komplette Arbeit per App zum Kunden verlagert, der trotzdem kaum Kostenvorteile generieren kann. Doch wer hier echte Mehrwerte bieten kann, der wird eine Riesenchance haben. Spannend auch die Interviewrunde mit der Journalisten Simone Friedrich, die mit Craig Davis, Geschäftsführer der Clean Green Fast GmbH und Markus Kröger, CEO Heycar sprach.

Den Nachmittag beschloss einmal mehr eine Paneldiskussion: Wo liegen die Chancen und Risiken für den Automobilvertrieb. Es moderierte Dr. Michael Mandat, Geschäftsführender Gesellschafter Unternehmensberatung Progenium. Panelteilnehmer waren neben Riki Stadeler von Google auch Robert Lasek, Geschäftsführer der Auto1 .com, Wolfgang Huber, Leiter Fleet Autohaus Gotthard König und Malte Krüger von mobile.de. Womit die Runde sehr bunt besetzt war – von der digitalen Theorie bis zur Autohaus-Flottenpraxis. Entsprechend bunt waren dann auch die vorgebrachten Argumente. Denn Fahrzeuge sind per se sehr komplex, aufwändig und teuer und lassen sich im Vertrieb und Aftersales nicht ganz so leicht digitalisieren. Gleichwohl kann man mit intelligenten Plattformen und Algorithmen hier viel erreichen.

Dass die nötig sind und Autos künftig doch deutlich anders vertrieben werden könnten, als man es bisher gewohnt war, bestätigte durch die Blume auch Abschlussrednerin Dr. Silke Bagschik, Leiterin Vertrieb & Marketing, Baureihe e-mobility der Volkswagen AG. Sie konnte just mit der Eröffnung der Vorbuchung des ID.3 so vieles, was vorher diskutiert worden war, jetzt auf den Weg bringen. Denn mit der konsequenten Einführung der I.D.-Familie führt der Titan Volkswagen eben auch neue Marketing- und Vertriebsinstrumente ein – und auch hier dürfte der Sprung riesig ausfallen: „Thinking out of the box“, in die Praxis umgesetzt!

Was bedeutet das?

Zum Abschluss des ATF war klar: Auch der Handel wird vor gigantischen Umbrüchen stehen und Angebote teils dramatisch vereinfachen müssen, um gleichzeitig ein umfassendes Partnernetzwerk zu knüpfen, um dem Kunden den perfekten Service bieten zu können. Ein riesiger, aber trotzdem machbarer und definitiv spannender Spagat. Einmal mehr fand ATF-Organisatorin Antje Helpup bunte, kompetente und spannende Speaker und man darf jetzt schon auf das ATF 2020 gespannt sein – und was dann von den heutigen Plänen bereits in die Realität umgesetzt wurde.

ATF – Trends im Automobilvertrieb und -marketing in Wolfsburg

Bereits zum dreizehnten Mal trafen sich automobile Vordenker und internationales Fachpublikum zum Automotive Trend Forum (kurz ATF) in Wolfsburg.

Bereits zum dreizehnten Mal trafen sich automobile Vordenker und internationales Fachpublikum zum Automotive Trend Forum (kurz ATF) in Wolfsburg. Das ATF greift aktuelle Trends im Automobilvertrieb und -marketing auf und positioniert sich damit in der internationalen Kongresslandschaft der Automobilindustrie. Spezialisten der Automobilbrache, Experten der Datengiganten und Koryphäen aus der Wissenschaft informierten und förderten am 09. Mai den Austausch der 500 Teilnehmer im CongressPark Wolfsburg zum hochaktuellen Trend „Automotive Omni-Channel Commerce“. Eine Frage bildete den Ausgangspunkt für den Transfer von Wissenschaft und Wirtschaft und lenkte den Fokus der Teilnehmer: Wie gelingt die erfolgreiche Etablierung von Omni-Channel Commerce im Automobilvertrieb?

Dabei steht Omni-Channel Commerce für die Steuerung und Verknüpfung aller verfügbaren Vertriebskanäle und Customer-Touchpoints zur Gestaltung eines ganzheitlichen und nahtlosen Einkaufserlebnisses für den Kunden. Die Basis für das kundenorientierte Einkaufserlebnis im Omni-Channel Commerce bilden ein permanent datengetriebenes Kundenmanagement und die Verschmelzung von offline und online Kanälen. Dieses Einkaufserlebnis, das bereits in anderen Branchen etabliert ist, fordern die Kunden nun auch im Automobilvertrieb unabhängig von Hersteller und Händler, unabhängig von offline oder online.

 

Prof. Dr. Antje Helpup, Veranstalterin dieser Wissenschafts- und Wirtschaftskonferenz, setzt dabei auf ein von den Teilnehmern geschätztes Konzept:

  • Hochkarätige Redner mit unterschiedlichen Blickwinkeln
  • Kurze Impulsvorträge
  • Spannende Paneldiskussionen
  • Exzellente Möglichkeiten und Zeit zum Networking
  • Special Events an den Partnerständen in Pausen
  • effektive Tagungsplanung für Teilnehmer mit der ATF-App

 

Das ATF wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Wolfsburg Klaus Mohrs eröffnet und von Antje Helpup und dem Co-Moderator Ralph M. Meunzel, Verlagsleiter und Chefredakteur Fachmagazin Autohaus, moderiert. Neben vielen Topmanagern aus der Automobilbranche zählten Teilnehmer verschiedener Automobilhersteller, des Handels, der Importeure, der Automobilzulieferer, der Consultings, der Dienstleister und Besucher aus Wissenschaft und Politik zu den Gästen des ATF. Die Schirmherrschaft des Kongresses obliegt den Branchenexperten Dr. Christian Dahlheim, Leiter Volkswagen Konzern Vertrieb, und Jürgen Stackmann, Markenvorstand Vertrieb, Marketing und After Sales Volkswagen Pkw. Dr. Christian Dahlheim verdeutlichte direkt in seiner Eröffnungsrede vor welchen Veränderungen und Herausforderung der Automobilvertrieb in Zeiten von Omni-Channel Commerce steht. Der weitere Kongress untergliederte sich in zwei thematische Blöcke mit abschließender Paneldiskussion.

Trends & Best Practices aus anderen Branchen wurde im ersten Block thematisiert. Lars Thomsen (future matters AG) eröffnete den Block und blickte aus der Vogelperspektive auf die Zukunft der individuellen Mobilität und die Entstehung von Mobility-Service-Providern. Prof. Dr. Gerrit Heinemann (eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein) verdeutlichte die Notwendigkeit für eine Neuerfindung des stationären Handels. Warum jeder Prozess beim Kunden beginnen sollte und warum die absolute Kundenorientierung den Erfolgsfaktor von Amazon darstellt, berichtete Zach Johnson (Amazon). Dr. Marc Thom (Sony) zeigte die Geschäftsmodelle der Zukunft auf und prognostizierte die Auswirkungen dieser auf den Automobilvertrieb. Den Abschluss des ersten Blocks bildete die angeregte Paneldiskussion zum Thema: Was kann der Automobilvertrieb aus anderen Branchen lernen? Neben Dr. Marc Thom lieferten Christoph Stadeler (Facebook) und Craig Davis (Clean Green Fast GmbH) und Markus Kröger (heycar) hochklassige und tiefgreifende Argumente hinsichtlich einer Adaption von Erfolgsfaktoren aus anderen Branchen.

Die Kaffee- und Mittagspausen waren von Networking und einem umfassenden Rahmenprogramm der ATF Partner geprägt. Bestseller Buchautor Dr. Marco Freiherr von Münchhausen entfachte Begeisterung mit einem „Thinking out of the Box“ Vortrag. Ein weiteres Highlight zur optimalen Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft war die Student Innovator Challenge. Ausgewählte Studenten aller Fakultäten der Ostfalia Hochschule erarbeiteten Konzepte zu Teilaspekten von Automotive Omni-Channel Commerce. In persönlichen Gesprächen sammelten die Studenten Informationen sowie Meinungen der Kongressteilnehmer, entwickelten darauf basierend ihre Ergebnisse und präsentierten diese vor dem ATF Publikum. Zudem wurde für Unternehmen und Studierende eine ATF-Bewerbungsplattform mit Speed Dating und Speed-Video-Assessment-Center kreiert, die intensiv genutzt wurde. Das Networking wurde durch die Kommunikation und Verabredung im Vorfeld via ATF-App stark vereinfacht. Das Angebot von Special Events und vielfältige Informationen durch die ATF Partner rundeten das kurzweilige Rahmenprogramm ab.

Der zweite Block ging auf die bevorstehenden Herausforderungen ein und lieferte aktuelle Praxisbeispiele im Automobilvertrieb. Malte Krüger (mobile.de) beschäftigte sich mit dem notwendigen Paradigmenwechsel im Automobilvertrieb. Den neuen Weg zum Kauf in Zeiten von Omni-Channel Commerce stellte Christoph Stadeler (Facebook) dar. Craig Davis (Clean Green Fast GmbH) und Markus Kröger (heycar) verdeutlichten in Einzelinterviews die großen Herausforderungen und zeigten erste positive Beispiel für den Automobilvertrieb der Zukunft auf. Riki Stadeler (Google) erläuterte einen potentiellen Einführungsprozess von Omni-Channel Commerce im Automobilvertrieb. Abschließend wurde in der zweiten Paneldiskussion über die Chancen und Risiken für den Automobilvertrieb angeregt diskutiert. Robert Lasek (AUTO1.com), Wolfgang Huber (Autohaus König), Malte Krüger (mobile.de) und Riki Stadeler sorgten als hochkarätige Experten für eine informative und facettenreiche Argumentation.

Dr. Silke Bagschik, Leiterin Marketing & Vertrieb, Produktlinie e-Mobility Volkswagen AG, stellte in der Abschlussrede die Besonderheiten des Vertriebs von E-Mobilität dar und lud anschließend gemeinsam mit der Veranstalterin die Gäste für das kommende ATF am 13./14. Mai 2020 ein. Im kommenden Jahr wird das Thema „Mobility Changes“ fokussiert. Somit steht wieder ein hochaktueller und äußerst relevanter Trend im Mittelpunkt für einen interessanten Kongress im Jahr 2020. Zahlreiche Gäste besuchten bereits am Vortag zur Einstimmung auf das ATF und die Thematik „Automotive Omni-Channel Commerce“ den Automotive Talk in der Volkswagen Arena sowie den Internationalen Abend im Kunstmuseum.

Der Automotive Talk beeindruckte auch dieses Jahr die über 200 Gäste mit dem innovativen Barcamp-Konzept und dem eindrucksvollen Ambiente des VIP Bereichs der Arena. Neben dem traditionellen „Networking ohne Krawatte“ liefen in den einzelnen Logen in zwei Durchgängen 27 Barcamps zu den zahlreichen Facetten von „Automotive Omni-Channel Commerce“, an denen die Teilnehmer aktiv mitdiskutierten. Schwerpunkte bildeten die Zusammenarbeit der Partner, das Kunden- und Datenmanagement, die neuen Geschäftsmodelle, die Digitalisierung und die Zukunft des Automobilhandels. Die Teilnehmer waren von der Themenvielfalt begeistert und die Entscheidung für einen bestimmten Workshop fiel häufig schwer.

Im besonderen Ambiente des Kunstmuseums begrüßte Prof. Dr. Antje Helpup wieder 300 Gäste zum Internationalen Abend und Prof. Dr.-Ing. Gert Bikker, Vizepräsident der Ostfalia Hochschule, richtete einführende Worte an die Teilnehmer. Ihm schlossen sich die ATF Schirmherren Dr. Christian Dahlheim und Jürgen Stackmann an und stellten sich direkt im Interview spannenden Fragen der Veranstalterin zur Zukunft des Automobilvertriebs. Den Interviews folgte ein interessantes Rahmenprogramm in der einzigartigen Atmosphäre des Kunstmuseums. Highlights für die Gäste sind jedes Jahr die Museumstouren sowie die Möglichkeit vom Cartoonisten, ein Portrait erstellen zu lassen. Besonderheit der Veranstaltung liegt in den guten Möglichkeiten zur Pflege von Kontakten bei exquisiten kulinarischen Genüssen in kreativer Umgebung. Die musikalische Einlage „Der Mond scheint meist in CIS Moll- eine launige Reise in die klassische Musik“ faszinierte die Besucher nachhaltig.

Prof. Dr. Litschen moderiert Workshop auf dem Automotive Trend Forum 2019 in Wolfsburg

Der internationale Wissenschafts- und Wirtschaftskongress greift die aktuellen Trends im Automobilvertrieb und -marketing auf. Die ganztägige Veranstaltung fand im CongressPark Wolfsburg statt. Ca. 600 internationale Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft nahmen an dem Kongress teil. Hochkarätige Experten aus aller Welt präsentierten aktuelle Studien, Best-Practise-Beispiele und boten moderne Lösungsansätze. Neben zahlreichen Vertretern des Volkswagen-Konzerns waren auch Teilnehmer anderer Automobilhersteller, der Zulieferindustrie, des Automobilhandels, des Mittelstandes und Importeure anwesend. Die wissenschaftlichen Vertreter waren hauptsächlich Professoren, Mitarbeiter und Studierende der Ostfalia Hochschule oder anderer Partnerhochschulen im Ausland. Unter dem Titel “Neue Vergütungssysteme: Abkehr von der Arbeitszeit zur agilen Leistungsbestimmung – New remuneration systems: departure from working hours to agile performance determination.” diskutierte Prof. Dr. Litschen am 8.5.2019 mit interessierten Teilnehmern die Möglichkeiten alternativer Vergütungssysteme losgelöst von der Arbeitszeit als bestimmendem Faktor für die Leistung in einem Arbeitsverhältnis.

ATF-Kongress in Wolfsburg: So wird der Autokauf zum Erlebnis

Wie die Branche alle verfügbaren Vertriebskanäle und Kundenkontaktpunkte für ein nahtloses Einkaufserlebnis sinnvoll verknüpfen kann, erläuterten die Referenten beim 13. Automotive Trend Forum in Wolfsburg. Wie gelingt die erfolgreiche Etablierung von Omni-Channel-Commerce im Automobilvertrieb? Dieser Frage ging am Donnerstag das Automotive Trend Forum 2019 (ATF) nach. Veranstalterin Prof. Antje Helpup von der Ostfalia Hochschule begrüßte dazu über 500 Teilnehmer im CongressPark Wolfsburg. Bekannte Redner und hochkarätig besetzte Diskussionsrunden sorgten auch bei der 13. Kongressausgabe für einen informativen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die ATF-Schirmherrschaft hatten erneut die Automanager Christian Dahlheim (Leiter Volkswagen Konzern Vertrieb) und Jürgen Stackmann (Markenvorstand Vertrieb, Marketing und After Sales Volkswagen Pkw) übernommen.nUntergliedert war der Fachkongress in zwei thematische Blöcke mit abschließender Diskussion. Zunächst standen Trends und Best Practices aus anderen Branchen im Fokus. Lars Thomsen (future matters AG) blickte aus der Vogelperspektive auf die Zukunft der individuellen Mobilität und die Entstehung von Mobility-Service-Providern. Prof. Gerrit Heinemann (eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein) veranschaulichte die Notwendigkeit für eine Neuerfindung des stationären Handels.nWarum jeder Prozess beim Kunden beginnen sollte und warum die absolute Kundenorientierung den Erfolgsfaktor schlechthin darstellt, erklärte Amazon-Manager Zach Johnson. Marc Thom von Sony zeigte die Geschäftsmodelle der Zukunft auf und prognostizierte die Auswirkungen dieser auf den Automobilvertrieb. Im Anschluss erörterten Thom mit Christoph Stadeler (Facebook), Craig Davis (Clean Green Fast) und Markus Kröger (Heycar), was der Fahrzeugvertrieb aus anderen Branchen lernen kann.nDer zweite Veranstaltungsblock ging auf die bevorstehenden Herausforderungen ein und lieferte aktuelle Praxisbeispiele im Autogeschäft. Während sich Mobile.de-Chef Malte Krüger mit dem notwendigen Paradigmenwechsel in der Branche beschäftigte, zeigte Facebook-Manager Stadeler den neuen Weg zum Kauf in Zeiten von Omni-Channel Commerce auf. Riki Stadeler von Google erläuterte dem Fachpublikum einen potentiellen Einführungsprozess im Autovertrieb. Eine zweite Paneldiskussion thematisiert die damit verbundenen Chancen und Risiken für Hersteller und Handel. Mit dabei waren neben Krüger und Riki Stadeler auch Robert Lasek (Auto1.com) sowie Wolfgang Huber (Autohaus König). Silke Bagschik, Leiterin Marketing & Vertrieb, Produktlinie e-Mobility bei VW, beleuchtete in ihrer Abschlussrede die Besonderheiten des Vertriebs von Elektroautos.nThemenvielfalt beim “Automotive Talk”nBereits am Vortag hatten sich über 200 Gäste beim “Automotive Talk” in der Volkswagen Arena auf den Kongress eingestimmt. 27 Workshops bearbeiteten die zahlreichen Facetten des Omni-Channel Commerce. In zwangloser Atmosphäre diskutierten die Teilnehmer unter anderem über die Zusammenarbeit der Partner, das Kunden- und Datenmanagement, die neuen Geschäftsmodelle, die Digitalisierung und die Zukunft des Automobilhandels. Weitere ATF-Highlights waren die “Student Innovator Challenge” für ausgewählte Studierende der Ostfalia Hochschule, der Vortrag von Bestseller-Autor Marco Freiherr von Münchhausen sowie der Internationalen Abend im Wolfsburger Kunstmuseum.n”Die sehr gute Resonanz zeigt uns, dass wir mit dem ATF eine Lücke in der Kongresslandschaft der Automobilindustrie schließen: kurze Impulsvorträge – internationale Ausrichtung – wechselnde Schwerpunktthemen – genug Raum zum Networken”, sagte Prof. Helpup. Die Veranstaltung agiere am Puls der Zeit. “Dies ermöglicht den Teilnehmern Trends zu erkennen und bedeutende Impulse im Unternehmen zu setzen.”nDas 14. Automotive Trend Forum findet am 13. und 14. Mai 2020 statt. Dann steht das Thema “Mobility Changes” im Mittelpunkt des Kongresses. (AH)